180 km
Distance
4:12
Duration
42.9 km/h
Ø speed
4,423 m / 4,425 m
Climb / Fall
1,912 m / 487 m
Sea level (max/min)

A day that deserves to be mentioned in my book

Was für ein Tag! Die Geschichte dazu schreibe ich, wenn ich wieder zuhause bin. Eines ist sicher: diese Tour hält Einzug in mein Buch! // Update 01.07.2021 - Also… bevor ich nach Rumänien abdüse und von dort sicherlich viele weitere Geschichten zu erzählen haben werde, möchte ich noch kurz über diesen Trip berichten. Ursprünglich war geplant, dass ich heute bereits wieder auf dem Heimweg bin. Aber manchmal kommt es erstens anders und zweitens, als man denkt. Den Sonntag habe ich spontan mit zu meiner Schweiz-Tour dazu gehängt, weil es mir zu gut gefiel, ich keine Lust auf Heimweg hatte und die Wetteraussichten für die nächsten zwei Tage einfach zu gut waren, um schon wieder die Segel zu streichen und das Zelt abzubrechen. Nachdem ich ein bisschen länger auf meinem herrlich bequemen Feldbett geschlafen hatte, gab’s erst mal einen Kaffee mit Blick auf den See und die Entwicklung des Schlachtplans. Ich entschied mich dafür, das Niederhorn sehen zu wollen und anschließend eine kleine Runde durchs Hinterland zu drehen. Das Wetter war herrlich und mit 26° recht warm. Also ging’s mir der Gondelbahn bis ganz hinauf auf das 1953 Meter hohe Niederhorn zum Genuss der grandiosen Aussicht über den Thunersee und auf meine geliebten gegenüberliegenden Berge. Das Bild, auf dem nur ein Stück See und drei Berge zu sehen sind, zeigt übrigens Eiger, Mönch und Jungfrau. Hinunter ging’s dann nur bis zum Vorsäss (Mittelstation) mit der Godel, von da aus schnappte ich mir ein Trotti Bike, band meinen Tankrucksack dran fest und fuhr damit auf dem „Rocky Run“ hinunter bis zur Talstation, nicht ohne bei einem kurzen Zwischenhalt einen Niederhorn-Stein für meine Erlebnissteinsammlung einzustecken. Die anschließende Runde durch’s Hinterland war kurvig gewählt und führte über kleine Sträßchen. Eines war so klein, dass es zuerst überging in eine Schotterfahrspur, um dann an einem kleinen Maiensäss beim Hubel (so heisst die Anhöhe) zu enden. Hiess: Wenden – auf feuchter Kuhwiese mit leichter Steigung. Ich rechnete damit, abgeworfen zu werden, was sich auch bewahrheitete, weil ich ja keine Stollenreifen mehr montiert hatte und nasse Wiesen für Straßenreifen eben nicht der beste Untergrund sind. Nun denn, die Maschine etwas zurechtrücken (wozu hat man denn Sturzbügel und stabile Seitenkoffer), aufstellen und nebenhergehend zurück auf die Schotterfahrspur bugsieren. Danach war mir echt warm und ich brauchte eine kleine Pause zum Durchschnaufen. Nun denn, wieder die Schotterfahrspur hoch durch Matsch und Pfützen und zurück auf die befestigte Straße. Den Gesichtsausdruck des Bergbauern, der da neugierig aus seinem Kuhstall guckte, als er Motorrad-Motorengedröhne hörte, vergesse ich mein Lebtag nicht – was habe ich gelacht! Mit einem freundlichen „Hoi“ ging’s am Bauern vorbei weiter auf meiner Runde. Vorbei am Brienzer Rothorn ging’s schließlich über die Mörlialp, den Glauben- und den Brünigpass wieder hinunter ins Tal. Schon mit den Gedanken beim verdienten Feierabend-Apfelbier, bemerkte ich die plötzlich auftauchende pechschwarze Gewitterwolke genau über der Stelle, an der ich mein Zelt aufgeschlagen hatte und etwas später warnend zuckende Blitze und Donnergrollen. Es wurde ein Wettlauf mit den Elementen, den ich auf den letzten 4,5 Kilometern verlor. 10 Minuten zu langer Glaubenbergpass-Pause bescherte mir zwei blaue Hagelschlag-Flecken auf dem Oberschenkel, die ich mir auf den letzten 400 Metern Weg einhandelte. Nach 10 Minuten war der Spuk vorbei. Mein Zelt war im Gegensatz zu drei anderen auf dem Platz heil geblieben – manchmal zahlt es sich eben aus, beim Equipment nicht zu sparen und auf Qualität zu setzen. Mein Feierabend-Apfelbier genoss ich bei einem kleinen Feuerchen umso mehr. // So entstehen Abendteuer. Und weil das auch das Thema meines Buches ist, das ich gerade schreibe, ist diese Tour prädestiniert für einen Platz in meiner Serie „Live your Own Adventure“, Buch 1 "Ein Abenteuer beginnt im Kopf".

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